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Reinhardshagen

Am östlichen Rand des Reinhardswalds liegt die Gemeinde Reinhardshagen an der Weser nur etwa zehn Kilometer nördlich von Hann. Münden. Entstanden ist die Gemeinde durch den Zusammenschluss der Orte Vaake und Veckerhagen. Erste Erwähnung fand der Ortsteil Vaake schon im 9. Jahrhundert, die Geschichte des Ortsteiles Veckerhagen geht bis ins 13. Jahrhundert zurück.  

Heute hat der anerkannte Erholungsort rund 4.500 Einwohner und ist eines der Tore in den Reinhardswald, führt doch eine der wenigen Straßen von hier aus in den Wald. Auch das Weserbergland ist in Kürze erreichbar liegt doch die zum Weserbergland gehörende Gemeinde Oberweser nur gut 20 Kilometer südlich von Reinhardshagen.  

In beiden Ortsteilen sind schöne Fachwerkhäuser mit Sprüchen an den Holzbalken, meist aus dem 17. Jahrhundert, vorzufinden. Ältestes Gebäude ist die evangelische Kirche in Vaake, ein spätromanischer Bau aus dem 13. Jahrhundert mit Wandmalereien im mittelrheinischen Stil, die um das Jahr 1400 entstanden sind. Besonders schön sind die in diemelsächsischer Bauweise errichteten Häuser mit ihrer zur Weser blickenden Vorderfront im Ortsteil Vaake.

Gierseilfähre auf der Weser bei Reinhardshagen
Weserlandschaft bei Veckerhagen

Gierseilfähre Veckerhagen, Statue Brama, Brunnen des Lebens und Jagdschloss Veckerhagen

Eine Attraktion ist sicherlich die Gierseilfähre an der Weser, die das hessische Veckerhagen mit dem niedersächsichen Hemeln, einem Ortsteil von Hann. Münden, verbindet. Nutzen Sie die Fähre und besuchen Sie im Sommer einen Biergarten in Niedersachsen und kehren Sie nach Ihrer Rückkehr in einen hessischen Biergarten ein. Wo ist ist das sonst noch möglich? 
 
Unweit der Gierseilfähre über die Weser steht die Statue der Brama, eine der „drei sagenhaften Töchter des mächtigen Reinhardswaldriesen Kruko“. Einer Sage nach erbauten die drei Schwestern jeweils eine Burg, Saba die Sababurg, Trendula die Trendelburg und Brama die Bramburg im Bramwald, der auf der niedersächsichen Seite der Weser hinter Hemeln beginnt. Die Statue soll an jene Brama erinnern, die aufgrund ihres christlichen Glaubens schwer unter ihrer Schwester Trendula litt und vom vielen Weinen erblindete. 
 
Am Wilhelmsplatz in Veckerhagen befindet sich der Brunnen des Lebens, welcher die Lebenszyklen des Menschen von der Entstehung in der Eizelle bis zum Tod darstellen soll. Ebenfalls in Veckerhagen befindet sich das Industriedenkmal einer Eisenhütte, in der im Jahre 1699 der erste Dampfkessel der Welt gegossen wurde. 
 
Das sich im Privatbesitz befindliche Jagdschloss Veckerhagen, vom hessischen Landgrafen Karl im italienischen Barock erbaut, liegt direkt an der Weser und kann leider nicht besichtigt werden. Es wurde u.a. auch von Jérôme Bonaparte, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, von 1807 bis 1813 genutzt als dieser König des Königreiches Westphalen war. Er verkaufte das Jagdschloss an die Familie Habich, die noch heute Besitzer ist, weshalb es auch als Habich´s Schloss bekannt ist.
Der Brunnen des Lebens in Veckerhagen
Statue der Brama

Die Sababurg

Wichtigstes und bekanntestes Ausflugsziel im Reinhardswald ist die Burgruine der Sababurg, auch bekannt als das Dornröschenschloss, soll sich hier doch das Märchen Dornröschen zugetragen haben. Einer Überlieferung nach war die Burg von 1571 bis 1591 von einer 5 km langen und 3 m hohen Dornenhecke umgeben, die restliche Burganlage befand sich nach Besetzung und Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg in einem „wildromantisch verwachsenen Zustand“.

Heute ist in Teilen der Burg ein Hotel mit Restaurant und Café untergebracht, auch standesamtliche Trauungen (auf der Sababurg entstand das erste standesamtliche Trauzimmer außerhalb eines Rathauses in Deutschland) sind hier möglich.

Unterhalb der Burg befindet sich der Tierpark Sababurg, einer der ersten Tierparks in Europa. Auf gut 130 Hektar Fläche beheimatet der Tierpark über 900 Tiere in 80 verschiedenen Arten, darunter Wisente und Auerochsen, Wölfe und Luchse sowie viele heimische Wildtierarten. Eine Greifvogelanlage bietet täglich außer montags Flugvorführungen an, ein Museum gibt Einblick in die Geschichte des Parks, im Kinderzoo und auf einem Bauernhof können einige Tiere gestreichelt werden.

Ein Kinderspielplatz, ein Wasserspielplatz, eine Kindereisenbahn sowie Autoscooter vervollständigen das Angebot. Kindergärten und Schulklassen können pädagogisch geschulte Mitarbeiter für individuelle Führungen und Erlebnistage buchen, außerdem besteht die Möglichkeit von April bis Oktober Kindergeburtstage im Tierpark zu feiern, wobei das Geburtstagskind an diesem Tag freien Eintritt hat sowie weitere Vorteile genießt.

Die Sababurg im Reinhardswald
Blick von der Sababurg auf den Reinhardswald

Urwald Sababurg

Nur etwa 2 Kilometer von der Sababurg entfernt beginnt der Urwald Sababurg. Früher wurde das Vieh aus den umliegenden Dörfern in diesen ehemaligen Hutewald (Weidewald) getrieben, heute stehen hier mächtige Buchen und Eichen, Erlen und Birken. Die teilweise abgestorbenen Bäume und die meterhohen Farne neben den bis zu 1000jährigen Eichen und Buchen hinterlassen einen bleibenden Eindruck. 

Mehrere unterschiedlich lange Wege durchziehen den Wald der so gut durchquert werden kann. Auch mehrere überregionale Wanderwege wie der Frau-Holle-Pfad, der Märchenlandweg sowie die Reinhardswald-West- und Ostwege führen durch den Urwald. Laut einer Internetumfrage der Heinz-Sielmann-Stiftung zählt der Urwald Sababurg zu einem der attraktivsten Naturwunder in Deutschland.