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„Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büßen müssen
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weserfluss“

Hann. Münden - wo Werra und Fulda zur Weser werden

Das ist die Inschrift des Wesersteins, einem Gedenkstein der unter einer großen Kastanie auf der Insel „Unterer Tanzwerder“ am Zusammenfluss von Fulda und Werra in der Stadt Hann. Münden steht, der von Carl Natermann, einem Fabrikanten der Stadt, im Jahre 1899 gestiftet wurde.

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Die Weser am Weserstein
Der Weserstein mit Inschrift am Flusskuss

Durch die Vereinigung dieser beiden Flüsse entsteht die Weser, die nach etwa 450 Kilometern in Bremerhaven in die Nordsee mündet. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt in einem Tal im südlichen Niedersachsen an der Grenze zu Hessen, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Kassel sowie knapp 25 Kilometer südwestlich von Göttingen zwischen den Mittelgebirgszügen Bramwald, Kaufunger Wald, Reinhardswald und Weserbergland. Alexander von Humboldt soll gesagt haben das Hann. Münden eine der sieben schönst gelegenen Städte der Welt sei.

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Mit ihren über 700 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten gilt Hann. Münden als eine Fachwerkstadt von europäischem Rang und ist damit unbedingt sehenswert. Die Stadt liegt an der Deutschen Fachwerkstraße, der Deutschen Märchenstraße und der Straße der Weserrenaissance und ist Teil des 45.000 Hektar großen Naturparks Münden.

Das Welfenschloss in Hann.Münden
Fachwerkhäuser in Hann. Münden

Die Geschichte von Hann. Münden

Die Gründung der Stadt ist nicht genau bekannt, vermutlich geht der Name auf eine erste Siedlung mit der Bezeichnung „Gimundi“ im heutigen Stadtteil Altmünden zurück, erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Jahre 1183. Durch das von Herzog Otto I. von Braunschweig verliehene Stadtrecht im Jahre 1247 gelangte Hann. Münden schnell zu Wohlstand.

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Ursprünglich hieß die Stadt „Münden“, da es aber immer wieder zu Verwechslungen mit der ähnlich klingenden Stadt „Minden“ kam beschloss die Stadt dem Namen die Bezeichnung „Hannoversch“ voranzustellen da sie zum Kurfürstentum und späteren Königreich Hannover gehörte. Im Jahre 1990 wurde der Name durch einen Beschluss der Stadt in „Hann. Münden“ geändert.

Im 16. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum an der Weser, wurden doch von hier aus besonders Waren aus Thüringen auf der Weser nach Norden bis nach Bremen transportiert, im Gegenzug erhielt die Stadt u.a. Fische aus der Nordsee. Zahlreiche Bauten der Stadt sind Zeugen der damaligen Blütezeit. Bekannt wurde die Stadt auch durch den berühmten Handwerkschirurgen und Wanderarzt Dr. Eisenbarth der im Jahre 1727 in der Stadt verstarb und in der St. Aegidienkirche beigesetzt wurde.

Die Altstadt ist reich an Fachwerkhäusern
Direkt hinter der alten Werrabrücke beginnt die Altstadt

Anreise in die Stadt

Sie erreichen die Stadt aus Richtung Norden über die A7, verlassen Sie diese an der Anschlußstelle „Hann. Münden – Hedemünden“ und fahren Sie weiter über die B80 nach Hann. Münden. Die Anreise aus Richtung Süden erfolgt ebenfalls über die A7, verlassen Sie diese an der Anschlußstelle „Hann. Münden – Staufenberg/Lutterberg und fahren Sie weiter über die B496 nach Hann. Münden.

Kommen Sie aus Richtung Westen dann fahren Sie am besten über die A44 die hinter Kassel auf die A7 stößt und fahren Sie weiter wie aus Richtung Süden kommend beschrieben. Außerdem führen die Bundesstraßen 3, 80 und 496 durch das Stadtgebiet. Sollten Sie mit der Bahn anreisen wollen so haben Sie Anschluß über die ICE-Bahnhöfe Kassel-Wilhelmshöhe und Göttingen, es bestehen stündliche Verbindungen nach Hann. Münden. Die Altstadt ist vom Bahnhof aus zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar.

Leider ist Hann. Münden derzeit noch nicht in das Fernbus-Netz integriert. Auf Übernachtungsgäste warten rund 1300 Betten in unterschiedlichen Kategorien, neben Hotels und Pensionen bis zur 4-Sterne-Kategorie warten zahlreiche Ferienwohnungen, Campingplätze und eine Jugendherberge.

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Am Markt in Hann.Münden
Die Lange Straße ist die Fußgängerzone der Stadt

Lernen Sie die Stadt auf einer der zahlreichen Stadtführungen kennen, die gegen Gebühr in der Tourist-Info im Rathaus gebucht werden können. Suchen Sie sich das für Sie richtige Programm aus einer Vielzahl von Angeboten heraus.

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Stadtführungen durch die Altstadt, Kostümführungen, Rathaus- und Schlossführungen, Kulinarische Führungen inklusive Snackprobe, unterwegs sein mit Doktor Eisenbarth oder auch ein Rundgang mit dem Nachtwächter, das Angebot ist riesengroß. Tagesprogramme für Gruppen ab 15 Personen sind genauso möglich wie eine Hochzeit am Fluss-Kuss.

Blick vom Wallanlagenpark auf das Welfenschloss
Die alte Werrabrücke

Welfenschloss an der Werra

Das alles überragende Gebäude der Stadt ist das Welfenschloss am Ufer der Werra, das durch Herzog Erich I. von Lüneburg-Braunschweig im gotischen Stil erbaut wurde und ab 1501 dem Herzog als Residenz und Verwaltungssitz diente. Das durch einen Brand im Jahre 1560 zerstörte Schloss wurde von Herzog Erich II. im Stile der Weserrenaissance wiederaufgebaut. Ein weiterer Brand im Jahre 1849 zerstörte den Südflügel des Schlosses, dieser wurde nicht durch einen Bau erneuert.

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Das Welfenschloss kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden, bemerkenswert sind die in ihrer Art in Deutschland einmaligen flächendeckenden Wandmalereien in zwei Renaissancegemächern.

Ein im Schloss befindliches Museum zeigt Produkte der Mündener Fayence-Manufaktur der Familie Hanstein (1753 – 1854) sowie u.a. Exponate zu den Themen Geschichte und Archäologie der Stadt, regelmäßig Sonderausstellungen vervollständigen das Programm des Museums. Neben dem Museum sind das Stadtarchiv, die Stadtbücherei und das Amtsgericht der Stadt im Welfenschloss untergebracht.

Die Schleuse an der alten Werrabrücke
Die Rotunde in Münden ist ein früherer Zwingerturm

Historisches Rathaus, Rotunde und Tillyschanze

Ein weiteres bedeutendes Bauwerk in Hann. Münden ist das historische Rathaus im Stile der Weserrenaissance, dessen Ursprung auf das 14. Jahrhundert zurückgeht und das von 1603 bis 1608 durch den Lemgoer Baumeister Georg Crossmann umgebaut wurde. Das Erdgeschoss des Rathauses diente früher als Börse und wurde als „Koph-Hus“, was Kaufhaus bedeutet, bezeichnet.

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Darüber lag das „Hochtiedhus“ was den Bürgern der Stadt für Feiern diente. Wandmalereien in der Rathaushalle, zahlreiche Inschriften und Wappen sowie das Glockenspiel das dreimal täglich (12:00, 15:00 und 17:00 Uhr) mit einem Figurenumlauf Szenen aus dem Leben des Doktor Eisenbarth zeigt machen dieses prächtige Bauwerk zu einem echten Highlight einer jeden Stadtbesichtigung.

Heute dient das Gebäude dem Bürgermeister als Sitz, außerdem sind hier das Standesamt der Stadt sowie die Tourist-Information untergebracht. Eine im Mittelalter wahrscheinlich um das Jahr 1200 entstandene Stadtbefestigung schützte die Stadt und das Welfenschloss vor Angriffen, von der einstigen Stadtmauer sind Reste zusammen mit einigen Wehrtürmen erhalten geblieben.

Der Kern des Rathauses Münden stammt aus dem 14. Jahrhundert
Schöne Fachwerkhäuser in der Langen Straße

Besonders beeindruckend ist die am südlichen Ende der Altstadt gelegene Rotunde, ein im Jahre 1318 erstmals urkundlich erwähntes Stadttor. Ein weiterer gut erhaltener Turm ist der Fährenpfortenturm, im denkmalgeschützten Gebäude ist heute das Museum der Arbeit untergebracht.

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Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Tillyschanze, ein als Erinnerung an die Belagerung Mündens durch den Feldherrn Johann T’Serclaes von Tilly von einer Bürgerinitiative erbauter 25 Meter hoher Aussichtsturm der auf einer Anhöhe über der Stadt liegt. Die Tillyschanze ist zu Fuß etwa eine halbe Stunde von der Altstadt entfernt.

Im Inneren des Turmes führt eine Wendeltreppe auf eine Aussichtsplattform die einen tollen Blick auf Hann. Münden bietet. In den zwei Turmzimmern ist ein kleines Museum zur Turmgeschichte eingerichtet. In einer neben dem Turm gelegenen Waldgaststätte können sich Wanderer oder Turmbesucher mit gutbürgerlicher Küche oder selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen.

Die Tillyschanze ist ein 25 Meter hoher Aussichtsturm
Der Fährenpfortenturm ist ein früherer Wehrturm in Hann. Münden

Hallenkirche St. Blasius

Im Zentrum der Altstadt steht die dreischiffige, gotische Hallenkirche St. Blasius, die gegen Ende des 13. Jahrhunderts an Stelle einer Basilika im romanischen Stil erbaut wurde und deren Fertigstellung bis ins Jahr 1584 dauerte. Vom 58 Meter hohen Turm beobachteten Wächter bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts die Stadt um bei Bränden oder vor herannahenden Feinden Alarm zu schlagen.

Ein Blickfang ist die mächtige Orgel mit der originalen Prospektfront aus dem Jahre 1645. Hinter dem alten Prospekt wurde in den siebziger Jahren eine neue Orgel mit 2806 Pfeifen installiert. Das Taufbecken aus Bronze stammt aus dem Jahre 1392. Außerdem beherbergt die Kirche das Grabmahl Herzog Wilhelm des Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg das aus dem Jahre 1494 stammt.

Die St.-Blasius-Kirche ist eine dreischiffige, gotische Hallenkirche
Der Ziegelpfortenturm ist ein früherer Wehrturm

Hedemünden, Römerlager und Weser-Radwanderweg

Im Ortsteil Hedemünden liegt das im Jahre 2003 entdeckte etwa 2.000 Jahre alte Römerlager, ein Kulturdenkmal von hohem Wert, da sich der Standort etwa 200 Kilometer südlich des eigentlichen römischen Grenzgebietes befand. Auf einer Fläche von über 3 Hektar fanden 5000 Soldaten Platz, das gesamte Gelände war von einem 760 Meter langen Wall mit Gräben davor gesichert.

Bei Grabungen auf dem Gelände wurden viele Ausrüstungsgegenstände aus der damaligen Zeit gefunden. Das Gelände ist für Besucher frei zugänglich, Informationstafeln geben Auskunft über das Römerlager. Führungen für Gruppen können gegen Gebühr bei der Tourist-Information im Rathaus gebucht werden, ein kostenloser Audioguide steht als MP3-Download im Internet zur Verfügung.

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Für Radfahrer ist Hann. Münden ein hervorragender Ausgangspunkt für zahlreiche Radtouren, kreuzen sich hier doch verschiedene überregionale Radwanderwege. Sicherlich einer der attraktivsten Radwanderwege Deutschlands ist der 515 Kilometer lange Weser-Radweg der in Hann. Münden beginnt und in Cuxhaven endet und dabei 6 Regionen durchquert. Viele bekannte und interessante Städte wie etwa Holzminden, Bodenwerder, Hameln, Rinteln, Nienburg, Verden oder auch Bremen und viele mehr liegen auf seinem Weg.
Der Fulda-Radweg beginnt an der Quelle der Fulda an der Wasserkuppe in der Rhön und führt vorbei an so bekannten Städten wie Fulda, Bad Hersfeld, Rotenburg a.d. Fulda, Melsungen und Kassel und endet nach 260 Kilometern in Hann. Münden. Der Werra-Radweg führt auf seinem 290 Kilometer langen Weg entlang der Werra von den beiden Quellen in Fehrenbach und Siegmundsburg in Thüringen bis nach Hann. Münden. Der 400 Kilometer lange Weser-Harz-Heide-Radweg beginnt in Hann. Münden und endet in Lüneburg.

Figur des Dr. Eisenbarth
Die Kastanie am Weserstein

Mündener Naturpark, Frau Holle Pfad und Werra Burgen Steig

Wer gerne Wandern geht für den ist Hann. Münden ein idealer Startpunkt. Entdecken Sie die schöne und abwechslungsreiche Landschaft des Mündener Naturparks, zahlreiche Rundwanderwege geben dazu Gelegenheit. Auch überregionale Wanderwege führen an Hann. Münden vorbei.

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Der 440 Kilometer lange Märchenlandweg beginnt in Bad Karlshafen und endet in Hann. Münden. Der 225 Kilometer lange Weserberglandweg beginnt in Hann. Münden und endet in Porta Westfalica. Der etwa 185 Kilometer lange Frau-Holle-Pfad beginnt in Bad Karlshafen, geht an Hann. Münden vorbei und durchquert den Naturpark Münden von Nord nach Süd um in der Ortschaft Schenklengsfeld zu enden.

Der etwa 500 Kilometer lange Werra-Burgen-Steig beginnt an der Fehrenbacher Werraquelle in Thüringen und endet in Hann. Münden. Nicht zu vergessen der Pilgerweg Loccum-Volkenroda der die beiden Zisterzienser-Klöster in Rehburg-Loccum in der Nähe von Hannover und in Volkenroda in Thüringen mit einander verbindet und auf seinem 290 Kilometer langen Weg am Kloster Bursfelde in der Ortschaft Hemeln, dem nördlichsten Stadtteil von Hann. Münden, vorbeigeht.

Markt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus
Wohnmobilstellplatz "Weserstein" in Hann.Münden