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Die Bierstadt Einbeck

Zwischen Harz, Solling und Weserbergland liegt in einer sanften Hügellandschaft die Bierstadt Einbeck, eine Stadt mit jahrhundertealter Brautradition und Urheimat des Bockbieres. Einbeck war schon im Mittelalter eine bekannte Handelsstadt und Mitglied im mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebund der Hanse. Das Bockbier erfanden Einbecker Brauer im 13. Jahrhundert, es wurde sogar bis nach Bayern geliefert. Etwa um 1600 waren 700 Häuser brauberechtigt.

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Über 150 spätmittelalterliche Fachwerkhäuser sind zusammen mit dem Brodhaus aus dem Jahre 1552 und der Rats-Apotheke aus dem Jahre 1590 herausragende Zeitzeugen der Stadt. Bekanntestes Gebäude der Stadt ist das Alte Rathaus mit seinen drei spitzen Rundtürmen auf dem Marktplatz, es gilt als das Wahrzeichen von Einbeck. Ein weiteres Kleinod ist das um das Jahr 1612 erbaute Eickesche Haus in der Marktstraße welches einen Eindruck von der Einbecker Fachwerkkunst vermittelt. Beliebter Treffpunkt der Stadt ist der Marktplatz, hier finden Wochenmärkte statt und in der Weihnachtszeit steht ein Weihnachtsdorf auf dem Platz.

Das Alte Rathaus in Einbeck
Marktplatz mit Marktkirche St. Jakobi

Die Geschichte der Stadt

Bereits im frühen Mittelalter gab es Ansiedlungen an der Ilme im Leinetal, die urkundlich überlieferte Gründung erfolgte am 01. Januar 1158 durch Friedrich Barbarossa. Einbeck wurde an einer strategisch wichtigen Übergangsstelle des Baches „Krummes Wasser“ und einer Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen errichtet. Nördlich vom „Krummen Wasser“ ließen an dieser Stelle die Grafen von Katlenburg ein Gut erbauen, hier entstand auch das Stift Sankt Alexandri das zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde. Der Name Einbeck leitet sich von dem Wort „einbeeke“ ab was plattdeutsch für „am Bach“ steht.

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Ende des 12. Jahrhunderts entstand auf der gegenüberliegenden Seite des Baches die Marktsiedlung mit der Marktkirche. Ein um die Marktsiedlung und den Stift gezogener Wall mit Wassergraben war 1250 der Beginn der Stadtbefestigung Einbecks, die Stadtmauer wurde 1264 erstmals urkundlich erwähnt. 1252 besaß Einbeck Stadtrechte und es wird von einem Rat berichtet. 1351 sind erste Exporte Einbecker Bieres belegt, 1368 trat Einbeck der Hanse bei.

1540 wurde Einbeck bei einem Brand fast völlig zerstört, der Wiederaufbau folgte prompt. 1549 wurden bei einem weiteren Brand 580 Häuser zerstört. Im 30jährigen Krieg wurde die Stadt von 1632 bis 1641 besetzt und zahlreiche Häuser zerstört, im 7jährigen Krieg wurden die Befestigungsanlagen gesprengt. 1879 erhielt die Stadt einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Den 2. Weltkrieg überstand die Stadt fast unbeschädigt. Heute leben in der flächengrößten Stadt Südniedersachsens und seinen 46 Ortsteilen rund 31.000 Einwohner.

In manchen Gassen kommen sich die Häuser ganz nah
Die ehemaligen Brauhäuser sind an ihren rundbogigen Toreinfahrten zu erkennen

Wege nach Einbeck

Durch seine zentrale Lage in der Mitte Deutschlands ist Einbeck gut erreichbar. Die Stadt liegt an der Bundesstraße 3 und nur 20 Minuten von der Autobahn A7 entfernt. Aus Richtung Westen kommend nutzen Sie am besten die A44 und ab Kassel dann die A7 bis Northeim-Nord. Alternativ können Sie auch die Bundesstraße 64 ab Paderborn nehmen. Aus Richtung Norden kommend nehmen Sie am besten die A7 bis zur Anschlußstelle Echte, aus Richtung Osten kommend die A2 und die A7 ebenfalls bis zur Anschlußstelle Echte. Aus Richtung Süden fahren Sie über die A7 bis zur Anschlußstelle Northeim-Nord.

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Mit dem Zug ist Einbeck ab Göttingen und Hannover erreichbar, aus Göttingen kommend hält die Bahn in Einbeck-Mitte, die historische Altstadt ist dann nur 7 Gehminuten entfernt. Züge aus Richtung Hannover halten in Einbeck-Salzderhelden, hier müssen Sie einmal umsteigen. Anreisen mit dem Flugzeug erfolgen am besten über Hannover-Langenhagen. 30 großzügig bemessene Stellplätze für Wohnmobile stehen gegen Gebühr am Hallen- und Freibad der Stadt zur Verfügung.

Umgenutzter Mauerturm am Bäckerwall
Eine der typischen Straßen der Altstadt Einbecks

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Ein Gang durch die Gassen der Stadt mit ihren reich verzierten Fachwerkhäusern, die teilweise nach dem großen Stadtbränden von 1540 und 1549 entstanden sind, ist sehr reizvoll. Leider stehen heute nur noch rund 150 dieser schönen aus der Zeit der Renaissance stammenden Häuser da weitere Brände im 17. und 19. Jahrhundert die Anzahl reduziert haben. Viele Häuser entstanden in der im Mittelalter gebräuchlichen Ständerbauweise die die Errichtung in mehreren Etagen ermöglichte.

Lernen Sie die Stadt auf einer der kostenpflichtigen Stadtführungen kennen und lassen Sie sich die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen. Klassische Stadtführung, Abendführung, Museumsführungen, Kinderführungen, Einbeck mit dem Bus und zu Fuß, das Angebot ist groß. Etwas besonders ist das „Einbecker Bierdiplom“. Nach einer Altstadtführung und dem Besuch des Stadtmuseums wo Sie allerlei über das Bierbrauen erfahren kehren Sie in einer Gastronomie ein. Erfahren Sie hier alles rund um das Thema Bier und verkosten dabei drei Einbecker Biere. Anschließend haben Sie die Möglichkeit das „Einbecker Bierdiplom“ zu erlangen, als Erinnerung erhalten die Teilnehmer neben einer Urkunde auch einen original Einbecker Bierseidel (0,25 l). 

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Der Eingang zum Brodhaus
Der Hallenplan liegt als Platz rund 60 m vom historischen Einbecker Marktplatz entfernt

Ein absoluter Blickfang und beliebtes Fotomotiv ist natürlich das alte Rathaus mit seinen drei Türmen am Marktplatz. Erstmals wurde das Rathaus im Jahre 1334 urkundlich erwähnt. Nach dem großen Stadtbrand von 1540 wurde das Rathaus auf den Resten des ursprünglichen Gebäudes neu errichtet, die Erkervorbauten mit den Türmen wurden 1593/94 an das Gebäude angebaut.

1870 bis 1914 wurde das Gebäude restauriert, durch zahlreiche An- und Umbauten wurde das alte Rathaus modernisiert. Heute befinden sich das Standesamt der Stadt im Haus, die 1. Etage ist vermietet. Die Rathaushalle im Erdgeschoss kann für öffentliche Sitzungen sowie Veranstaltungen genutzt werden.

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Das historische Rathaus der Stadt
Der Marktplatz mit der Ratsapotheke

Gegenüber dem Rathaus steht das im Jahre 1333 erstmals urkundlich erwähnte Brodhaus das ursprünglich der Bäckergilde als Ort für Feste und Versammlungen sowie als Unterkunft für wandernde Bäckergesellen diente, es ist das einzige erhalten gebliebene Gildehaus in Einbeck. Ein Chronist berichtet das das Gebäude das Geschenk eines Mönches an die Bäckergilde war, im Gegenzug forderte der Mönch die dauerhafte kostenlose Belieferung mit Hostien für das Abendmahl an die umliegenden Kirchen.

Nach dem Stadtbrand von 1552 wurde das Brodhaus neu errichtet und diente neben dem Sitz der Bäckergilde auch als Gaststätte. Seit dem Verkauf an einen Gastwirt im Jahre 1801 wird das Haus nur noch als Gaststätte genutzt und ist damit eines der ältesten Gasthäuser Niedersachsens.

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Brodhaus und Ratsapotheke am Marktplatz
Die Münsterkirche Sankt Alexandri

Ein ganz besonderes Juwel ist das Eickesche Haus in der Marktstraße. Das Fachwerkhaus von 1612 besitzt die bedeutendsten Schnitzereien in Einbeck. Auf zwei Fassaden sind 42 Tafeln angebracht auf denen zahlreiche Spätrenaissance-Schnitzereien der Planetengottheiten, der Sieben Freien Künste, der Tugenden, der Musen, der fünf Sinne sowie von Christus und den vier Evangelisten zu sehen sind. Damit zählt das Eickesche Haus neben der Lateinschule in Alfeld zu den Gebäuden mit dem umfangreichsten erhaltenen Bildprogramm in Norddeutschland.

Der Name „Eickesches Haus“ erinnert an den Kurz- und Wollwarenhändler Hermann Eicke der 1877 das Fachwerkhaus kaufte und dort über 60 Jahre lang sein Geschäft hatte. Heute befinden sich die Tourist-Information sowie der KulturRing im Gebäude.

Ein ganz besonderes Juwel ist das Eickesche Haus
Die Marktkirche St. Jacobi

Ein weiteres eindrucksvolles Fachwerkhaus ist die ebenfalls am Marktplatz stehende Rats-Apotheke. Um 1550 entstanden auf mehreren Gewölbekellern zwei große Hausteile. Das linke Vorderhaus entstand in Stockwerkbauweise, die Längsseite in der Münsterstraße wurde wie das Nebenhaus in Ständerbauweise errichtet.

Die eigenständigen Häuser wurden 1590 unter einem gemeinsamen Dachwerk vereint. Einer der Gewölbekeller stammt ungefähr aus dem Jahr 1400. Im 16. Jahrhundert gehörte das Gebäude einer reichen Patrizierfamilie, im Jahr 1833 zog die Rats-Apotheke in das schöne Fachwerkhaus am Marktplatz.

Die Ratsapotheke am Marktplatz
Schöne Fachwerkhäuser säumen den Marktplatz

Einbeck ist vor allem durch seine 700 Jahre alte Tradition des Bierbrauens bekannt, das „Ainpöckisch Bier“ wird in Einbeck gebraut und ist in aller Welt beliebt. Früher waren alle Bürger der Stadt berechtigt in ihrem eigenen Haus Bier zu brauen, dies geschah im 13. Jahrhundert für den Handel innerhalb Einbecks und natürlich auch für die Selbstversorgung. Doch bereits im 14. Jahrhundert begann der überregionale Handel. Für eine gleichbleibende Qualität wurde auf Anweisung des Stadtrates das gewerbsmäßige Brauen nur noch den Vollbürgern erlaubt und das Braurecht an das Haus gekoppelt, auch die Anzahl der Häuser mit Braurecht wurde festgelegt.

Bis ins 17. Jahrhundert gab es 700 Häuser mit Braurecht doch nicht alle Bürger brauten tatsächlich Bier. Heute noch können die Brauhäuser an ihren markanten rundbogigen Toreinfahrten erkannt werden. Das „Ainpöckisch Bier“ bekam durch das Zufügen von Hopfen einen intensiveren Geschmack als das damals übliche Dünnbier, außerdem wurde es dadurch haltbarer gemacht und war über weite Distanzen transportfähiger. Die gute Qualität des Bieres war bis weit über die Landesgrenzen bekannt und es wurde bis zum Alpenvorland und nach Skandinavien exportiert. Das älteste noch erhaltene Bierfass Deutschland kann in der Bierausstellung im StadtMuseum bestaunt werden.

Eine der typischen Straßen Einbecks
Die Reste des Knochenturms

Einbeck ist heute aber nicht nur Bierstadt sondern beherbergt Europas größte Oldtimersammlung. Besucher erwarten im PS.Speicher und seinen PS Depots auf insgesamt 22.000 m² Ausstellungsfläche 1.200 historische Motorräder, 630 Personenkraft-, Klein- und Kleinstwagen, 200 Lastwagen und Busse sowie eine Sammlung mit Elektrofahrzeugen und eine weitere mit Lanz-Bulldogs. Der PS.Speicher ist ein ehemaliger Kornspeicher der aufwendig restauriert wurde und heute auf sechs Etagen eine Zeitreise durch mehr als 200 Jahren Geschichte der Mobilität bietet.

Erfahren Sie im StadtMuseum mehr über die 800jährige Geschichte Einbecks sowie über das Leben der Bürger in der Stadt. Das RadHaus ist eines der modernsten Fahrradmuseen Deutschlands, es informiert über die Geschichte des Fahrrades und über August Stukenbrok, einem Fahrradbauer der auch der zweite Versandhändler Deutschlands war. Besonders für junge Besucher ist das StadtMuseum zu empfehlen lockt es doch mit Kostümen und Spielen, an Mitmach-Stationen können Besucher alte Dinge, Techniken oder Arbeitsweisen erkunden.

Das Stadtmuseum in Einbeck
In der Tiedexer Straße stehen gut erhaltene Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert

Ein Einkaufsbummel in den Straßen bzw. der Fußgängerzone der historischen Altstadt bietet sich bei einem Besuch an. Kleine Läden mit aktueller Mode und anderen nützlichen Dingen sowie dem traditionellen Einbecker Blaudruck, Einbecker Kaffee und Einbecker Senf für die die Stadt auch berühmt ist sowie weiteren regional in der Umgebung hergestellten Spezialitäten warten auf Käufer.

Zwischendurch oder danach können Sie sich in einem der Cafés oder Restaurants der stärken. Mittwochs und samstags ist in der Marktstraße Wochenmarkt. An vielen Punkten der Altstadt steht Ihnen ein kostenloses W-LAN-Netz zur Verfügung.

Fachwerkhäuser mit kleinen Geschäften säumen den Marktplatz
In der historischen Altstadt sind die Straßen teilweise sehr schmal

Aktive erwartet rund um Einbeck eine abwechslungsreiche Natur die entdeckt werden will. Machen Sie doch einen kleinen Spaziergang über die Wallanlagen die früher zusammen mit der Stadtmauer die Bürger der Stadt schützten. Wandermöglichkeiten rund um Einbeck stehen ebenfalls zur Verfügung, die Tourist-Information der Stadt informiert Sie gerne.

Sie möchten die Umgebung lieber mit dem Rad entdecken? Unterschiedlich lange Radwege von 25 Kilometer Länge bis hin zu ausgedehnten Tagestouren sjnd möglich. Einbeck liegt am Leine-Heide-Radweg sowie am Europa-Radweg R1, außerdem gibt es in der Region zwei beschilderte Themenradwege. Fahrräder können bei einem Fahrradverleih in der Stadt geliehen werden, kostenfreie Stromtankstellen bei der der Akku des E-Bikes aufgeladen werden kann stehen im Stadtgebiet zur Verfügung. Wer auf einer mehrtägigen Radtour unterwegs ist und eine Unterkunft für die Nacht sucht wird in Einbeck und Umgebung fündig, neun Übernachtungsbetriebe wurden vom ADFC ausgezeichnet. 

Wen es ins bzw. aufs Wasser zieht ist in Einbeck genau richtig. Durch das Stadtgebiet verlaufen die Flüsse Leine und Ilme, auf beiden sind ausgedehnte Kanutouren möglich. Schwimmern ist im schönen Hallen- und Freibad möglich. An der nahegelegenen Northeimer Seenplatte können Sie Schwimmen, Segeln, Tretboot fahren oder sich am Stand-Up-Paddeling versuchen. Minigolf ist auf einer Anlage am Stadtwall möglich, Golf spielen ist auf der Anlage des Golf- und Country Club Leinetal Einbeck e.V. möglich.

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Das Tiedexer Tor war eines der Stadttore der Stadtbefestigung Einbecks
Das WildparkHaus in Neuhaus im Solling

Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Aufenthalt in Einbeck, viele schöne Ausflugsziele warten in der näheren Umgebung. Besichtigen Sie doch die nahe gelegene Stadt Northeim, auch diese glänzt mit einer wunderschönen Altstadt. Auch die Universitätsstadt Göttingen ist einen Besuch wert. Im nahen Alfeld befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe Fagus-Werk.

Für Kinder ist das Rasti-Land in Salzhemmendorf ein besonders lohnendes Ziel. In Bodenwerder, der Münchhausen-Stadt, befindet sich eine Sommerrodelbahn, auch die ist bei Kindern sehr beliebt. In Höxter befindet sich das 1.200 jährige ehemalige Benediktinerkloster Corvey das seit 2014  Weltkulturerbe der UNESCO ist. Corvey besitzt das älteste und einzige  fast vollständig erhaltene Karolingische Westwerk der Welt. 

Im Solling ist der Wildpark Neuhaus und der benachbarte Hochseilgarten TreeRock ein lohnendes Ziel. In Hannover warten der Erlebnis-Zoo und der Maschsee auf Besucher. Für kulturell interessierte sind die Gandersheimer Domfestspiele in Bad Gandersheim erster Anlaufpunkt.

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Der Westflügel von Kloster Corvey mit Westwerkfassade
Schloss Münchhausen ist ein früheres Herrenhaus in Bodenwerder