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Fritzlar - Die Dom- und Kaiserstadt

Das im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis liegende Fritzlar gehört zu den ältesten mittelalterlichen Städten in Deutschland. Die Stadtbefestigung von Fritzlar mit dreiundzwanzig Wehr- und sieben Warttürmen machte die Stadt einst zu eine der mächtigsten Festungen in Hessen.

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Die Stadt Fritzlar mit ihrer historischen Altstadt, den vielen Fachwerkhäusern die aus dem 14. bis 20. Jahrhundert stammen sowie dem Marktplatz zählt zu den schönsten Fachwerkstädten in Deutschland.Fritzlar liegt am Nordufer der Eder, rund 25 Kilometer südwestlich von Kassel. Heute leben rund 15.000 Einwohner in der Stadt und seinen 10 Stadtteilen. Der Name Fritzlar entstand aus der ursprünglichen Bezeichnung Friedeslar was „Ort des Friedens“ bedeutet.

In der Mitte steht das Kaufmannsgildehaus St. Michaelis
Das Kaufmannsgildehaus St. Michaelis am Marktplatz

Die Gründung der Stadt geht auf den Heiligen Bonifatius zurück der im Jahre 723 in der Nähe des Dorfes Geismar, einem Ortsteil von Fritzlar, die „Donareiche“ fällte und aus ihrem Holz eine dem heiligen Petrus geweihte Kapelle baute und ein Benediktinerkloster gründete. Die Siedlung Fritzlar war ein Kreuzungspunkt mittelalterlicher Straßen, Karl der Große errichtete hier wahrscheinlich eine Pfalzanlage und machte damit die Stadt zu einem bevorzugten Aufenthaltsort deutscher Könige und Kaiser.

Im Jahre 919 wird der Sachsenkönig Heinrich in Fritzlar zum König von Franken und Sachsen gekürt, in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts geht Fritzlar in das Eigentum der Mainzer Erzbischöfe über. Noch heute erinnert das Fritzlarer Stadtwappen an die Zugehörigkeit zum Erzbistum Mainz. Fritzlar wird die erste Münzprägestätte in Hessen und war als Handelsplatz für Gewürze, Pelze und Tücher bedeutsamer als das benachbarte Kassel.

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Von 1184 bis 1196 wird die erste Stadtmauer gebaut, ab 1280 wird die Neustadt erbaut die mit einer eigenen Stadtmauer umgeben wurde und bis ins sechzehnte Jahrhundert selbständig blieb. Im 15. Jahrhundert erfolgte der Niedergang der Erzbischöfe durch Niederlagen gegen die Truppen des Landgrafen Ludwig I. am 23. Juli 1427 und am 10. August 1427 bei Fulda, der Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert führte zu einem Niedergang der Bedeutung der Stadt die nun von Kassel überflügelt wurde. 

Während des 30-jährigen Krieges besetzen protestantische Truppen die Stadt, die Pest am Ende des Krieges dezimiert die Einwohner von einst 2000 auf nur noch 600. Den zweiten Weltkrieg übersteht die Stadt ohne nennenswerte Zerstörungen, allerdings ergoss sich eine Flutwelle durch die niedriger gelegenen Stadtteile als im Mai 1943 alliierte Bomber die Edertalsperre bombardierten, die Flutwelle erreichte sogar die Innenstadt von Kassel.

Der Grebenturm
Der Graue Turm

Wege nach Fritzlar

Sie erreichen Fritzlar über die Autobahn 7 aus Richtung Norden ober Süden kommend, wechseln am Autobahnkreuz Kassel-Mitte auf die Autobahn 49 die an Fritzlar vorbeigeht. Außerdem kommen Sie über die Bundesstraßen 253 und 450 in die Stadt, die Bundesstraße 450 führt durch das Stadtgebiet.

Fritzlar ist an das Streckennetz der Deutschen Bahn angeschlossen, Regionalbahnen fahren u.a. nach Kassel-Wilhelmshöhe wo Sie in einen ICE umsteigen können. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Kassel-Calden und Frankfurt am Main.

Das Ursulinenkloster
Schöne Fachwerkhäuser gegenüber dem Rathaus

Lernen Sie die Stadt auf einer der angebotenen Stadtführungen kennen und erfahren Sie mehr über die 1300jährige Geschichte Fritzlars. Gerne erfüllen die Stadtführerinnen und Stadtführer auch individuelle Wünsche oder bieten die Führungen auch in englischer oder französischer Sprache an. Auch Gruppen- und Themenführungen sind möglich.

Vom 1. März bis zum 31. Oktober wird eine offene Stadtführung durch die Stadtführergilde Fritzlar e.V. angeboten, diese findet montags bis Freitag um 10.30 Uhr, samstags um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr und sonn- und feiertags um 11 Uhr statt. Treffpunkt ist am Rathaus, die Führung dauert ca. 1,5 Stunden und kostet 4,00 € (Stand April 2020), Kinder bis 14 Jahre sind in Begleitung Erwachsener frei.

Weitere Themenführungen (Mittelalterliche Erlebnisführung, Nachtwächter-Führung, Stadtführung mit der Pferdekutsche) können in der Tourist-Information der Stadt gebucht werden.

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Der Marktplatz in Fritzlar
Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz

Die sicherlich schönsten Häuser der Stadt stehen rund um den historischen Marktplatz. Er ist vollständig von Fachwerkhäusern eingefasst die aus verschiedenen Epochen, meist aus der Zeit der Spätgotik und der Renaissance, stammen. Ein absoluter Blickfang ist das Kaufmannsgildehaus St. Michaelis das zwischen 1475 und 1480 erbaut wurde.

Auf dem Marktplatz steht der aus dem Jahre 1564 stammende Rolandsbrunnen mit der Rolandsstatue dessen Wasser früher durch Holzrohre aus dem Edertal gepumpt wurde. In früheren Jahren besaßen alle Häuser am Marktplatz eine Wetterfahne, auch heute noch zieren einige der Häuser zumindest Kopien ehemaliger Fahnen das Dach.

Sehenswertes in Fritzlar

Blick über den Marktplatz in Richtung Kaufmannsgildehaus
Der Rolandsbrunnen auf dem Marktplatz

Wunderschön ist auch das Rathaus der Stadt das aus dem Jahre 1109 stammt und damit das älteste Amtshaus in Deutschland ist. Erbaut wurde es als Verwaltungssitz für den Erzbischof von Mainz der gegen Ende des 11.Jahrhunderts in den Besitz der Stadt gelangte.

Vermutlich wurde das Gebäude im 15. Jahrhundert durch einen Brand zerstört, beim Wiederaufbau erhielt das Gebäude einen gotischen Fachwerkaufbau mit Giebel- und Ecktürmchen.

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Das Rathaus der Stadt Fritzlar
Gasse am Rathaus

Neben dem Rathaus steht das „Spitzenhäuschen“, das älteste Haus der Stadt was vor etwa 600 Jahren erbaut wurde. Das schiefe Aussehen geht auf die Entfernung zweier Kellerwände zurück woraufhin sich die Nordwand des Hauses senkte.

Das Spitzenhäuschen war vermutlich ein Ladengeschäft eines Handwerkers im Mittelalter, heute sind in diesem Gebäude die Tourist-Information sowie das Stadtarchiv untergebracht.

Das „Spitzenhäuschen“ ist das älteste Haus der Stadt
Auf dem Weg zum Marktplatz

Ein weiteres interessantes Gebäude ist das „Hochzeits- und Patrizierhaus“ das etwa zwischen 1580 und 1590 erbaut wurde und eines der größten Fachwerkhäuser Hessens ist. Der Gebäudekomplex besteht aus dem Hochzeitshaus und dem benachbarten Patrizierhaus das 1520 erbaut wurde.

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Früher fanden hier alle bedeutende Feste wie Hochzeiten und Taufen statt, heute ist in den Räumen beider Häuser ein Regionalmuseum für Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde und Stadtgeschichte untergebracht.

Das „Hochzeits- und Patrizierhaus“
Teil der ehemaligen Stadtbefestigung

In der Kasseler Straße stehen zwei gotische Staffelgiebelhäuser die etwa um das Jahr 1310 erbaut worden sind. Diese besitzen bis zu 1,20 Meter dicke Außenwände und sind nahezu im ursprünglichen Zustand. Die Häuser gehörten früher reichen Patriziern.

Zwei gotische Staffelgiebelhäuser
Die Kasseler Straße mit zwei gotischen Staffelgiebelhäusern

Eines der bedeutendsten Baudenkmäler Hessens ist der Dom St. Peter, eine romanische Kloster- und Stiftskirche die auf die Gründung durch den Heiligen Bonifatius im Jahre 723/724 zurückgeht. Die vorwiegend romanische Bausubstanz verdankt der Dom einem Bau der zwischen 1085 und 1090 entstanden ist und im Laufe der Jahrhunderte durch viele Baumaßnahmen immer wieder verändert wurde was seinem harmonisch wirkenden Erscheinungsbild keinen Abbruch tut.

Der mächtige Dom ist 80 Meter lang, fast 30 Meter breit und die beiden Türme sind über 50 Meter hoch. Der Dom verfügt über 8 Glocken, die größte ist die Martinsglocke, sie wiegt rund 3500 kg und ist dem heiligen Martin gewidmet.

Im Dom befindet sich ein Museum mit einer beeindruckenden sakralen Sammlung, darunter befindet sich das „Kaiser-Heinrich-Kreuz“ aus dem Jahre 1020 welches mit 346 Edelsteinen, Gemmen und Perlen besetzt ist und eines der bedeutendsten hessischen Kunstwerke ist.Vor dem Dom steht das Bonifatiusdenkmal das zu Ehren des Stadtgründers 1999 auf dem Domplatz errichtet wurde.

Der Dom St. Peter
Vor dem Dom steht das Bonifatiusdenkmal

Zahlreiche Wehrtürme der ehemaligen Stadtbefestigung sind erhalten geblieben, darunter der „Graue Turm“ der mit seinen 38 Metern Höhe einer der größten erhaltenen städtischen Wehrtürme Deutschlands ist. Erstmals wurde der Turm im Jahre 1274 als „tussir magna“ erwähnt was soviel wie großer Turm bedeutet. Es diente der Stadt auch als Gefängnis. Eine Besichtigung ist Dienstag – Sonntag von April bis Oktober in der Zeit von 10.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 17.00 Uhr gegen eine geringe Gebühr möglich.

Die beiden ältesten Türme der Stadt und in ganz Hessen sind der Rosen- und Grebenturm, beide wurden im 12. Jahrhundert errichtet und im September 1232 von Landgraf Konrad von Thüringen-Hessen beim Sturm auf die Stadt zerstört. Auf dem jeweils erhalten gebliebenen Unterbau wurden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts einfach Rundtürme aufgesetzt.

Der Graue Turm in Fritzlar
Der Grebenturm

Wer sich in Fritzlar sportlich betätigen will sollte den Sport- und Freizeitpark Fritzlar besuchen der auf 12.000 qm zahlreiche Möglichkeiten bietet. Hier können zahlreiche Sportarten wie Fußball, Basketball, Hockey, Beachvolleyball und Tischtennis gespielt werden. Ein Kletterparcour sowie eine Skateranlage komplettieren das Angebot. Das Eder-Auen-Erlebnis-Bad ist nicht weit entfernt, ein nahegelegenes Multiplex-Kino sowie ein Bowling-Center warten ebenfalls auf Besucher.

Schöne Fachwerkhäuser am Marktplatz
Blick auf den Dom St. Peter

Mit dem Rad rund um die Stadt

Die Umgebung rund um Fritzlar bietet sich für Spaziergänge und Wanderungen geradezu an. Besonders beliebt ist die Ederauenlandschaft die nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt ist. Der Mühlengrabenpfad ist ein Rundwanderweg mit einer Länge von etwa 3 Kilometern, eine kleine Broschüre gibt Auskunft über Streckenführung und die Tierwelt am Wegesrand.
 
 
Verschiedene überregionale Wanderwege führen durch oder an Fritzlar vorbei, darunter der Barbarossaweg oder auch der Ederhöhenweg. Eine Besonderheit stellt der Wanderweg „ARS NATURA“ dar der die Fernwanderwege „Barbarossaweg“ und „Wildbahn“ zu Kunstwanderwegen gestaltet in dem die Wanderwege mit Kunstobjekten versehen werden. Inzwischen sind 325 Kilometer mit 375 Kunstwerken versehen worden, geplant ist die Strecke auf 700 Kilometer zu erweitern um für eine weltweite Beachtung des Projektes zu sorgen. Im Bereich Fritzlar sind 17 Kunstwerke aufgestellt worden.

 

Auch Radfahrer sind gern gesehene Gäste in Fritzlar. Viele Hotels und Ferienwohnungen sind auf diese Art von Gästen eingestellt, fragen Sie einfach nach. Fritzlar biete sich auch als Zwischenziel auf dem Hessischen Fernradweg 4 der auf einer Länge von 370 Kilometern von der Weser an den Neckar führt oder auf dem 180 Kilometer langen Eder-Radweg an. Radwanderkarten für unterschiedlich lange Touren erhalten Sie an der Tourist-Information in Fritzlar.

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Blick vom Dom auf das Ursulinenkloster
Blick vom Dom auf die Stadt und die Umgebung